Aus der Presse... Die
SG Sonnenhof Großaspach
in der Saison 2011/12

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Aus drei mach fünf: Im Sommer greift die Regionalliga-Reform

Von Florian Huber und Lars Müller-Appenzeller - Schon wieder eine Reform. Mehr als ein Jahr ist seit dem DFB-Bundestag im Oktober 2010 in Essen vergangen. Damals wurde die Umgestaltung der vierthöchsten Spielklasse beschlossen. Statt den drei Regionalligen Süd, West und Nord - wie in der aktuellen Spielzeit - wird es ab kommender Saison fünf Regionalligen geben. "Direkt nach den Beschlüssen war die Unruhe richtig groß", erinnert sich Thomas Deters, der Geschäftsführer der SG Sonnenhof Großaspach: "Für uns Vereine kam dieses Modell praktisch aus dem Nichts."

Verwässerung

Doch die Sache ist beschlossen. Künftig wird es weitere 35 bis 40 Clubs geben, die sich Regionalligist nennen dürfen. Das ist mehr als ein Reförmchen, das wird die Fußballlandschaft in Deutschland verändern. Schließlich muss die Frage lauten: Bedeutet mehr Masse auch mehr Klasse? "Der Wettbewerb wird verwässert", sagt Deters. "Woher sollen denn die ganzen Spieler kommen, die das gleiche Niveau haben wie bisher?"

Maximal 22 Clubs wird die neue Regionalligastaffel Südwest umfassen. 42 Saisonspiele drohen in der nächsten Spielzeit jedem Club. Die Fahrtkosten werden größer sein als je zuvor. Zudem hat die Berufsgenossenschaft angekündigt, die Beiträge für die Vertragsspieler in absehbarer Zeit beinahe zu verdoppeln. Und ab der nächsten Saison fehlen jedem Verein rund 100 000 Euro, die bislang vom Fernsehen kamen. Zum Vergleich: Eine Liga höher kann mit TV-Geldern in Höhe von 900 000 bis einer Million Euro kalkuliert werden. "Die Schere geht auseinander. Der Profifußball wird zur geschlossenen Gesellschaft", prophezeit Deters.

Der Trichter nach oben wird durch die Reform noch dünner. Erfolgsgeschichten wie jene der TSG 1899 Hoffenheim, die von 2006 bis 2008 aus der damaligen drittklassigen Regionalliga bis in die 1. Bundesliga stürmte, werden durch die Reform noch märchenhafter. Wobei die zweite Hoffenheimer Mannschaft dem badischen Bundesliga-Club einen Aufstieg bescheren könnte. Die U23 von 1899 ist die offensivstärkste Mannschaft in der Regionalliga Süd, steht auf Platz sieben. Für Trainer Frank Kramer ist die Sache klar: "Für Clubs, die ausbilden wie wir, wird diese Reform keine Vorteile bringen. Denn die U-23-Teams werden noch jünger werden, um noch früher das Können der Spieler zu überprüfen." Der Entwicklung der jungen Spieler sei das nicht dienlich. Die Reform lässt die Geduld mit den jungen Hoffnungsträgern nicht größer werden.

Grenze

Ernst Tanner, Manager bei 1899, ist ganz beim Großaspacher Thomas Deters, wenn er sagt: "Durch die Neuerung wird die Grenze zwischen dem semiprofessionellen Fußball und dem Profibereich größer." Und das sollte durch die Reform verhindert werden. Es ist also nur eine Frage der Zeit, wann die Reform reformiert werden wird.

 

28. Dezember 2011

 

 

 

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