
Die
Erwartungen mehr als nur erfüllt Die bisherigen Leistungen seiner Regionalligafußballer
nötigen selbst Aspachs Trainer Alexander Zorniger
Respekt ab
„Du bekommst
das zurückgezahlt, was du einbringst.“ Hat Alexander
Zorniger mit dieser Aussage Recht, dann haben die Regionalligafußballer
der SG Sonnenhof im vergangenen halben Jahr ordentlich
reingebuttert. Als Ertrag gab’s für das Team aus
dem Großaspacher Fautenhau einen unerwarteten
Rang zwei.
Von
Uwe Flegel - Vor der Saison „haben wir uns so etwas
vielleicht erhofft, aber dass die Mannschaft das dann
ein halbes Jahr so durchzieht...“ Das nötigt auch
Trainer Zorniger Respekt ab. Schließlich stand
aus der Vorsaison nur Platz 14 zu Buche. Was also ist
diese Runde nun anders? „Die Comtech-Arena pusht unheimlich“,
nennt der 44-jährige Coach die Rückkehr vom
Exil in Heilbronn ins heimische Aspach wenig überraschend
als Grund. Für den Leistungsschub sorgte nicht
nur die gute Stimmung im neuen Stadion. Auch sportlich
passt vieles besser. Zum Beispiel die Qualität
der Spieler, bei der sich vor allem in der Offensive
viel getan hat. Wichtig sei zudem, dass die höhere
Qualität auch auf den Platz gebracht wurde, erklärt
Zorniger. Ein weiterer Faktor ist „das nötige Quäntchen
Glück“.
Das alles reichte lange
Zeit für die Tabellenführung. Erst in der
Endphase des ersten Saisonabschnitts mussten die Aspacher
den selbst ernannten Titelfavoriten Stuttgarter Kickers
noch vorbeiziehen lassen. Dabei war das ganz und gar
nicht unnötig. Denn, wenn es etwas zu kritisieren
gibt, dann, dass die SG drei ihrer bislang erst fünf
Niederlagen gegen die Kellerkinder Alzenau, Pfullendorf
und NürnbergII kassierte. Das ärgert. Zorniger
bemäkelt, dass in diesen drei Spielen die Bereitschaft
fehlte, sich für das Team aufzuopfern. Er fordert
seine Kicker auf, sich „immer wieder zu hinterfragen,
wie kann ich meine Fähigkeiten für die Mannschaft
einbringen“. Dadurch werde jeder Einzelne stärker.
Der Coach erwartet, dass sich jeder selbst reflektiert:
„Wo komme ich her, was mache ich. Welche Probleme hat’s
gegeben, die’s in der Vergangenheit in meiner Karriere
auch schon gab.“ Denn: „Die Jungs haben uns unglaublich
viel Spaß gemacht. Aber es soll keiner glauben,
wir hätte eine leicht zu führende Mannschaft.“
Dennoch gelang es dem
Regionalligazweiten, eine drohende Baustelle nicht entstehen
zu lassen: Zornigers Fehlen im Training in der ersten
Wochenhälfte, weil er sich da noch bis März
in Köln zum DFB-Fußballlehrer ausbilden lässt.
„Dass wir mit unseren Zugängen Glücksgriffe
gemacht haben, bezieht sich nicht nur auf die Spieler“,
verdeutlicht der Chefcoach, wie zufrieden er mit seinem
Trainerstab ist. Das gilt für die Co-Trainer Rüdiger
Rehm und Jochen Ruta wie für Athletiktrainer Joachim
Stoltenfeld und Torwarttrainer Jörg Schlisske.
Und es gilt auch fürs Umfeld. Allen voran für
den sportlichen Leiter Joannis Koukoutrigas, dem Zorniger
immer wieder bescheinigt, klasse Arbeit zu leisten.
Großaspach scheint
für die Rückrunde also bestens gewappnet zu
sein. Zumindest sieht es der Cheftrainer so, der keine
großartigen Verstärkungswünsche äußert.
Zumal der lange Zeit verletzte Marius Jurczyk (Kreuzbandriss)
nach Weihnachten wieder zur Verfügung steht. Der
vielseitig einsetzbare Defensivmann, der vergangene
Saison bis zu seiner Verletzung einen Stammplatz innehatte,
ist praktisch ein Zugang. Einer, von dem Zorniger sagt:
„Er tut uns gut. Denn wie zum Beispiel Robin Schuster
ist er ein Spieler, der nicht unter 80 Prozent seines
Leistungsvermögens fällt.“ Eine Qualität,
die Aspachs Coach künftig gerne auch von seiner
kompletten Mannschaft sehen will. Die bislang starke
Saison ist für Alexander Zorniger „das Niveau,
an dem sich das Team messen lassen muss. Ich sage damit
aber nicht, dass sie das jede Woche leisten kann“. Doch
viel weniger darf’s nicht sein. Schließlicht schreibt
der Trainer seinen Kickern immer wieder ins Stammbuch:
„Du bekommst das zurückgezahlt, was du einbringst.“
17. Dezember 2011
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