Von
Carsten Schröder - Ab Freitag rollt wieder der Ball.
Unter anderem mit dem Heimspiel des VfR
Wormatia Worms gegen Aufsteiger Bayern Alzenau
startet die Fußball-Regionalliga Süd
in ihre neue Runde. Gesucht wird ein Meister.
Ausgespielt wird wohl aber kein Absteiger.
Allenfalls theoretisch könnte es am
Saisonende einen Verein aus dem Südwesten
erwischen.
Die Situation gestaltet sich
einigermaßen kompliziert. Hintergrund
dafür ist die beschlossene erneute
Strukturreform der Regionalligen, wird es
doch nach Ablauf der jetzt anbrechenden
Saison nicht mehr drei, sondern dann fünf
Ligen geben. Und weil es gerade für
die Staffel Süd/Südwest mit den
Vereinen aus Rheinland-Pfalz, Saarland,
Hessen und Baden-Württemberg ein „Über-Angebot“
an Kandidaten gibt, wurde der Passus, dass
alle jetzigen Regionalligisten die Klasse
auch tatsächlich halten werden, um
das Wörtchen „grundsätzlich“ ergänzt.
Soll heißen: Im ungünstigsten
Fall könnte es doch einen Absteiger
geben.
Die neue
Saison gehen insgesamt 18 Mannschaften in
den Regionalligen - sechs im Westen, zwölf
im Süden - an, die sich für die
neue Regionalliga Süd/Südwest
qualifizieren können. Dazu sollen die
Meister der Oberligen Südwest, Hessen
und Baden-Württemberg kommen. Und dazu
müssten eventuelle Absteiger aus der
dritten Liga (bis zu drei) kommen. Natürlich
könnten umgekehrt auch zwei Vereine
als Meister den Aufstieg in die dritte Liga
schaffen. Sollte dies aber keinem gelingen,
wäre die Regionalliga Süd/Südwest
überfüllt.
Insgesamt
sind es 24 Vereine, die einen Platz in der
neuen Staffel beanspruchen könnten.
„Das ist natürlich höchst theoretisch“,
bestätigt Oliver Herrmann als Geschäftsführer
des Regionalverbands Südwest. Weil
es nun aber eben so ist und maximal 22 Vereine
in der neuen Regionalliga spielen dürfen,
musste sich der Verband im Vorfeld der Saison
auch mit den Konsequenzen einer solchen
Situation befassen. Erster Leidtragender
wäre ein Regionalligist, der nach Abschluss
der Saison einen der letzten drei Plätze
belegt. „Der müsste dann absteigen“,
bestätigt Herrmann. Theoretisch wäre
also denkbar, dass ein Süd/Südwest-Verein
als Drittletzter absteigt, während
zwei dahinter liegende Klubs auch weiter
munter in der Regionalliga spielen dürfen.
Denn klar ist auch: Vereine aus Nordrhein-Westfalen
(West) oder Bayern (Süd) müssen
sich nicht um den Klassenerhalt sorgen.
Für die künftigen Regionalligen
Bayern und Nordrhein-Westfalen muss ohnehin
durch einen „vermehrten Aufstieg“ aus den
dortigen Oberligen aufgefüllt werden.
Herrmann: „Damit sind wir alle nicht glücklich,
aber das ist so.“
Zu Leidtragenden
könnten übrigens auch die kommenden
Oberliga-Meister werden. Sollte nämlich
- bei einem Überangebot an Mannschaften
- kein Süd/Südwest-Verein einen
Abstiegsplatz belegen, müsste die Zahl
der Aufsteiger reduziert werden. „Die Oberliga-Meister
müssten dann eine Aufstiegsrunde ausspielen“,
erklärt Oliver Herrmann.
Beim VfR
Wormatia nimmt Marcel Gebhardt seitens der
Sportlichen Leitung diese Entwicklung einigermaßen
gelassen. Er verweist auf das eigene Saisonziel
(Borchers: „einstelliger Platz im unteren
Bereich“) und hofft folglich: „Vielleicht
betrifft uns das sowieso nicht.“ Zudem glaubt
Gebhardt, dass die Situation im Extremfall
auch noch mal neu diskutiert werde. „Die
Leute denken doch, das ist so theoretisch,
dass es gar nicht so weit kommt.“ Seine
Überzeugung: „Wir werden das im März,
April noch mal diskutieren, wenn die Situation
tatsächlich eintritt. Da ist es auch
egal, welchen Verein es dann betrifft.“
Betreffen
könnte es unter anderem auch Bayern
Alzenau. Der erste Gegner der Wormaten kommt
als Aufsteiger aus der Hessenliga, obwohl
er eigentlich zum bayerischen Verbandsgebiet
gehört. Marcel Gebhardt könnte
sich vorstellen, dass Alzenau - ehe es zu
einem Abstieg kommt - auch einen Platz in
Bayern nehmen würde. Mit dieser Frage
möchte sich Seref Zangir als Sportlicher
Leiter des Aufsteigers aber noch gar nicht
befassen. Er sagt nur so viel: „Man muss
da auch zwei, drei Jahre nach vorne schauen.“
Der Verein habe lange mit Hinweis auf die
räumliche Nähe um Aufnahme in
der Hessenliga gekämpft. „Wenn wir
in der Regionalliga Bayern wären, müssten
wir bei einem Abstieg in die Bayernliga...“ |
Der
mögliche Extremfall:
Teams der RL Süd:
Hessen Kassel
Stuttgarter Kickers
Hoffenheim II
Eintracht Frankfurt II
Waldhof Mannheim
Wormatia Worms
Freiburg II
KSC II
SC Pfullendorf
SG Sonnenhof Großaspach
FSV Frankfurt II
Bayern Alzenau
Teams der RL West:
Eintracht Trier
Mainz II
SV Elversberg
SC Idar-Oberstein
Kaiserslautern II
TuS Koblenz
Aufsteiger
Oberliga:
3 Meister aus
OL Südwest
OL BW
OL Hessen
Absteiger 3. Liga
3 mögliche Absteiger
= 24 Mannschaften
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