Pressemitteilung
der SG Sonnenhof Großaspach zur Situation im Frankenstadion Von Dany Biegler
[weitere
Berichte aus der Presse unten]
Nicht
nur der Rasen spielt nicht mit
Aspach,
11. August 2010 – Heute hätte im Heilbronner Frankenstadion
das erste Heimspiel der SG Sonnenhof Großaspach
gegen den SV Darmstadt 98 in der Regionalliga Süd
ausgetragen werden sollen, doch die Partie musste aufgrund
der Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. Sehr
ärgerlich für die SG, vor allem hinsichtlich
der Bekanntgabe dieser Entscheidung, die dem Verein
von der Stadt Heilbronn erst am Montag mitgeteilt wurde.
Die Frisbee-WM hat dem Rasen so zugesetzt, dass dieser
voraussichtlich erst im Laufe des Oktobers wieder bespielbar
ist. „Wir wurden von der Stadt Heilbronn
vor vollendete Tatsachen gestellt, die uns jetzt nicht
nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich sehr zusetzen“,
so der Vorstandsvorsitzende Werner Benignus. Die Kicker
aus dem Fautenhau haben in Ihrer Heimspielstätte
Heilbronner Frankenstadion eine erfolgreiche Premieren-Saison
in der Regionalliga gespielt, und auch in der neuen
Spielzeit sollte die Erfolgsserie dort fortgesetzt werden.
„Die Stadt Heilbronn befindet sich zwar in Gesprächen
und bemüht sich um Reutlingen als Ausweichstadion,
doch das stellt für uns keine Lösung dar“,
ergänzt Benignus. „Jetzt stehen wir vor der schweren
Situation, dass unsere Mannschaft jede Woche ein Auswärtsspiel
zu bestreiten hat und damit sehen wir auch unsere sportlichen
Ziele stark gefährdet“, gibt der Vorstandsvorsitzende
zu bedenken. Nicht nur die Mannschaft müsste zu
den vom Verband vorgeschlagenen Spielorten (Aalen, Heidenheim,
Hoffenheim, Reutlingen) längere Anfahrten in Kauf
nehmen, auch die Fans und Sponsoren hätten sich
mit einer neuen Situation auseinanderzusetzen.
„Das Ganze hat für uns als Verein auch große
wirtschaftliche Konsequenzen, schließlich kommen
neben der Stadionmiete noch weitere Kosten auf uns zu,
die natürlich überhaupt nicht eingeplant waren,
aber dennoch bezahlt werden müssen“, sagt Benignus
und verweist zusätzlich auf die Gefahr, dass die
„Zuschauereinnahmen wegbrechen und Sponsoren abspringen
könnten“. Die Planungen des Vereins könnten
damit erst einmal hinfällig geworden sein. Noch
ist keine Entscheidung gefallen, wann und wo zumindest
das erste Heimspiel gegen Darmstadt nachgeholt werden
wird. Bis zum 18. August hat der Süddeutsche Fußballverband
zunächst Aufschub gegeben, doch bis dahin muss
die Partie definitiv nachgeholt worden sein. „Wir müssen
auf jeden Fall eine gemeinsame Lösung finden und
ich hoffe wirklich sehr, nicht nur für uns sondern
auch für die gesamte Region, dass wir schon bald
wieder in Heilbronn spielen können“, so Benignus
und fügt hinzu: „Am besten natürlich schon
gegen die Zweitvertretung aus Nürnberg am 27. August.“
Jetzt ist Eile geboten, um die vorgegebene Frist
nicht verstreichen zu lassen und gleichzeitig zu klären,
wann die SG Sonnenhof Großaspach ihre Heimspiele
wieder im Heilbronner Frankenstadion austragen kann.
Viel Zeit bei der Findung einer adäquaten Lösung
bleibt den Verantwortlichen nicht, denn vor allem der
straffe Terminplan in der Regionalliga lässt nicht
zu, dass zu lange darüber nachgedacht wird. Für
das Team von Trainer Alexander Zorniger eine ganz schwierige
Situation, auf die sie sich aber voraussichtlich einstellen
muss. Sportlich wartet auf die Mannschaft am kommenden
Samstag zunächst das WFV-Pokalspiel bei den Sportfreunden
Schwäbisch Hall, ehe es dann eine Woche später
zum Derby in der Regionalliga gegen die Stuttgarter
Kickers kommt. Bleibt nur zu hoffen, dass es für
die Kicker aus dem Fautenhau nicht nur noch auswärts
weitergeht.

Fautenhau
auch ausnahmsweise keine Option SFV-Geschäftsführer
Scheuerer: SG muss sich Gedanken machen
(stg).
Der Rasen im Frankenstadion in Heilbronn: nur noch ein
Kartoffelacker. Das für heute geplante Heimspiel
in der Fußball-Regionalliga gegen den SV Darmstadt
98: ist bereits abgesagt. Der Schauplatz der kommenden
Heimspiele: momentan noch unklar. Bei der SG Sonnenhof
Großaspach ist der Verdruss verständlicherweise
riesig (wir berichteten). Hans Scheuerer (59), von 1984
bis 1996 als Schiedsrichter 103 Mal in der Ersten Bundesliga
im Einsatz und heute als Geschäftsführer des
Süddeutschen Fußballverbandes für die
Organisation des Spielbetriebs in der Regionalliga Süd
verantwortlich, beantwortet im Gespräch mit der
Backnanger Kreiszeitung die dringlichsten Fragen.
Ist
Ihnen eine Spielabsage aus einem solchen Grund in
Ihrer Funktionärslaufbahn schon einmal untergekommen?
Nein.
Es ist mir nicht in Erinnerung, dass schon einmal
durch eine andere Sportart ein Platz so ramponiert
wurde, dass anschließend kein Fußballspiel
mehr ausgetragen werden konnte.
Wie
geht es kurzfristig mit Blick auf das ausgefallene
Darmstadt-Spiel weiter?
Wir
haben Großaspach angehalten, einen alternativen
Spielort zu suchen, um das Spiel bis Mitte nächster
Woche austragen zu können.
Welche
Optionen gibt es, wenn das Heilbronner Frankenstadion
über mehrere Wochen oder Monate nicht spieltauglich
wäre?
Nach
meinem Kenntnisstand hat sich die Stadt Heilbronn
noch nicht zwischen der konventionellen und damit
kostengünstigeren Rasenpflege und der teureren
Variante, einen Rollrasen zu verlegen, entschieden.
Fällt die Wahl auf den Rollrasen, könnte
das nächste Heimspiel gegen Nürnberg II
am 27. August wohl schon wieder im Frankenstadion
ausgetragen werden. Wenn nicht, wären zum Beispiel
die Stadien in Hoffenheim, Heidenheim, Reutlingen,
Mannheim oder Aalen mögliche Alternativen.
Es ist die Aufgabe der SG Sonnenhof Großaspach,
sich Gedanken zu machen. In diesem speziellen Fall
gehe ich davon aus, dass auch das Wechseln zwischen
verschiedenen Spielorten nach Verfügbarkeit
auf Zustimmung seitens des Verbandes stoßen
würde.
Könnte
Großaspach auf eine Ausnahmegenehmigung hoffen,
auf Kunstrasen im heimischen Fautenhau spielen zu
dürfen?
Nein.
Aus zwei Gründen. Erstens: Ein Spiel auf Kunstrasen
auszutragen, ist in der Regionalliga nicht vorgesehen.
Zweitens: Der Fautenhau ist ohnehin noch nicht regionalliga-tauglich.
Droht
im schlimmsten Fall der Lizenzentzug oder würde
der DFB der SG Sonnenhof Großaspach als letzte
Option ein anderes Stadion zuweisen?
Das
Thema wird nicht so heiß gegessen, wie es
gekocht wird. Es wird Lösungen geben. Ein Lizenzentzug
ist in diesem Zusammenhang kein Thema.
11.
August 2010

Kaputter
Rasen macht die SG vorerst heimatlos Von "Marbach und
Bottwartal", aktualisiert am 11.08.2010
Großaspach
Die Regionalliga-Fußballer aus Großaspach
stehen vor einem großen Dilemma. Da der Platz
des Heilbronner Frankenstadions unbespielbar ist, hat
der Verein sein erstes Heimspiel am heutigen Mittwoch
absagen müssen. Ob weitere folgen, ist unklar.
Von Julia Spors
So etwas
hat Alexander Zorniger, Trainer der SG Sonnenhof Großaspach,
in seiner Sportlerlaufbahn noch nicht erlebt. "Der
Rasen des Heilbronner Frankenstadions sieht aus wie
ein durchwühlter Acker", sagt der Coach des
Regionalligisten und fügt an: "Die Fotos,
die ich gesehen habe, sind mehr als übel."
Erdklumpen liegen nach der Junioren-Frisbee-WM in der
vergangenen Woche verstreut über dem Feld, vom
satten Grün ist kaum mehr etwas zu erkennen. Nur
phasenweise lugen die Halme aus der Erde. "Der
Platz ist definitiv unbespielbar. Daran braucht man
noch nicht einmal zu denken", merkt Zorniger an.
"Die Verletzungsgefahr ist zu groß",
sagt SG-Geschäftsführer Thomas Deters, der
bereits zwei Mal vor Ort war. Die Stadt Heilbronn hat
die Fläche deshalb gesperrt. Erstmal auf unbestimmte
Zeit. Die Dauerbelastung bei den Frisbee-Spielen ist
zu groß gewesen. Das Heilbronner Grünflächenamt
hat sich der Sache nun angenommen, will komplett neu
säen. Bis der Platz dann aber wieder bespielbar
ist, wird es Oktober. Das ist für die SG-Verantwortlichen
definitiv zu spät. "Wir möchten am 27.
August gegen Nürnberg wieder im Stadion auflaufen",
sagt Deters. Denn: Für die Regionalliga-Fußballer
hat das Dilemma schon jetzt Folgen.
Eine davon:
Das erste Heimspiel der Saison am heutigen Mittwoch
gegen den SV Darmstadt 98 muss ausfallen, ein Ausweichort
vom Ausweichort gesucht werden. Und das schnell. Denn
die Partie gegen Darmstadt muss bis zum 18. August,
also bis kommenden Mittwoch, nachgeholt werden. Das
fordert der Verband. Im Gespräch sind nun regionalligataugliche
Stadien in Aalen, Heidenheim, Hoffenheim und Reutlingen.
"Die Stadt Heilbronn hat mit Reutlingen Kontakt
aufgenommen", berichtet Thomas Deters auf Nachfrage.
Ob die Partie letztlich wirklich dort stattfindet, wird
sich erst in den kommenden Tagen entscheiden - nach
weiteren Gesprächen. Klar ist jedoch: "Das
ist alles keine optimale Lösung. Und vor allem
keine längerfristige", sagt Deters.
"Eine
kurzfristige Wiederherstellung der Rasenfläche
auf dem Hauptspielfeld im Frankenstadion und damit ein
regulärer Punktspielbetrieb sind auf mehrere Wochen
hinaus vermutlich nicht möglich", zieht jedoch
Heilbronns Baubürgermeister Wilfried Hajek ein
erstes Zwischenfazit. Ein Großteil des Rasens,
ungefähr 6000 Quadratmeter der Grasnarbe, sei nach
Einschätzung des Grünflächenamtes nicht
kurzfristig instand zu setzen und muss neu angesät
werden. Die Neusaat wird möglicherweise bis Mitte
oder Ende Oktober dauern, heißt es in der Pressemitteilung
der Stadt Heilbronn. Die Vereins-Verantwortlichen wollten
sich mit dieser Aussage nicht abspeisen lassen und haben
selbst einen Gartenexperten eingeschaltet. Und dieser
kam am Dienstagmittag prompt zu einem anderen Ergebnis.
"Von ihm haben wir die Information bekommen, dass
der Platz durch verschiedene Maßnahmen bis zum
27. August wieder bespielbar wäre", berichtet
der Geschäftsführer. Einen Termin mit der
Stadt hat Deters deshalb vereinbart - heute um 14 Uhr.
"Wir können uns mit der jetzigen Lösung
nicht zufrieden geben", sagt er und erklärt:
"Der finanzielle sowie der sportliche Nachteil
ist für uns nicht tragbar." Ärgerlich
genug sei die Sache eh schon. Die Sponsoren seien verärgert
- wurden mit ihnen doch Verträge unter anderen
Bedingungen geschlossen und auch der Imageschaden sei
erheblich. "Heute Abend wollten rund 200 Darmstädter
Fans ins Frankenstadion kommen. Nach Reutlingen fahren
die nicht. Damit verlieren wir rund 1000 Euro",
rechnet der Geschäftsführer vor und hofft
auf eine schnellere Lösung. Es bleibt abzuwarten,
was für einen Ausweg alle Beteiligten nun aus dem
ganzen Dilemma finden.
11.
August 2010

Stadion
zwei Monate gesperrt? Von Andreas Öhlschläger und
Joachim Friedl
Fussball
- Bei der SG Sonnenhof Großaspach ist der Unmut
enorm. Der Regionalligist kann nicht wie geplant im
Heilbronner Frankenstadion auflaufen, weil der nach
der Frisbee-WM fast völlig lädierte Platz
seit Montag von der Stadt gesperrt ist - womöglich
für mehr als zwei Monate. "Wir können
das nicht ansatzweise akzeptieren", grantelt Werner
Benignus, der Vorsitzende der SG Sonnenhof. Mit Gedankenspielen,
derart lange den Spielbetrieb verlagern zu müssen,
will er sich gar nicht befassen. Der Zeitrahmen hat
Benignus schockiert: "Ich bin sprachlos."
Nicht
realisierbar
Ins Reutlinger Kreuzeichestadion will die
SG nicht ausweichen. Nicht einmal, um zumindest das
erste Liga-Heimspiel auszutragen, das ursprünglich
für heute Abend in Heilbronn terminiert war. "Reutlingen?
Das stellt sich für uns nicht als realisierbar
dar", sagt Werner Benignus. Gestern morgen hatte
der SG-Vorsitzende ein Gespräch mit dem Heilbronner
Baubürgermeister Wilfried Hajek. Dieser sagt: "Ich
bin optimistisch, dass wir gemeinsam mit der SG Sonnenhof
eine gute Lösung für einen Ersatzspielort
finden."
Der Baubürgermeister
hat den Kontakt nach Reutlingen hergestellt. "Wir
sind grundsätzlich aufgeschlossen, die SG Sonnenhof
vorübergehend aufzunehmen", versichert Wolfgang
Löffler, Pressesprecher der Stadt Reutlingen. Es
werde geprüft, ob die Spielpläne der SG und
des Oberligisten SSV Reutlingen ein derartiges Szenario
zuließen. Doch Werner Benignus will nicht umziehen
mit seiner SG. "Wir haben ein Jahr gebraucht, um
uns in Heilbronn zu akklimatisieren. Unser Trainer spricht
von Wettbewerbsverzerrung." Benignus erwartet eine
Lösung in Heilbronn. Auf 50 000 Euro kann man die
Mietkosten der SG fürs Stadion taxieren.
[Bilder
vom lädierten Rasen im Frankenstadion bei www.stimme.de]
"6000
von 8000 Quadratmetern Rasen im Frankenstadion sind
nicht mehr zu retten", zieht die Erste Bürgermeisterin
Margarete Krug Bilanz. Auf dieser Fläche müsse
neu eingesät werden. Bis der Rasen bespielbar sei,
vergingen jedoch Wochen. Eine Verlegung von Rollrasen
schließt sie ebenso wie Hajek aus Kostengründen
und wegen möglicher Anwachsprobleme aus.
Werner
Benignus sagt: "Wir haben mit einer Firma Kontakt
aufgenommen, die uns versichert, dass man den Rasen
als Provisorium schneller herrichten könnte. Dann
wäre er nur zwei, drei Wochen lang nicht verfügbar." 11. August
2010
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